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Baumwollspinnerei, Krankenheim, psychiatrische Klinik

Der eindrückliche Altbau der Klinik Schlosstal in Winterthur–Wülflingen zeugt von einer bewegten Geschichte.  Der heutige Hauptstandort der Integrierten Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland war einst ein Industriebetrieb und danach eine Pflegeinstitution.

Baumwollspinnerei

Von 1818 bis 1826 erstellt der Industrielle Johannes Beugger sen. den Altbau der heutigen Klinik Schlosstal in Wülflingen. Bis 1871 wird das Gebäude als Spinnerei und Stickerei genutzt. 1833 ist Johannes Beugger der grösste Steuerzahler der Gemeinde Wülflingen. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt Johannes Beugger jun. das Gewerbe und produziert in der ehemaligen Spinnerei Maschinenteile für die Eisenbahn- und Veloindustrie. Aufgrund der Wirtschaftskrise muss der Industrielle den Konkurs anmelden. Der Staat Zürich übernimmt die Liegenschaft im Jahr 1888 und richtet zuerst Wohnungen ein.

Krankenheim

1892 wird die ehemalige Spinnerei zu einer Pflege- und Versorgungsanstalt umgebaut, die Stimmberechtigten des Kantons Zürich stimmen einem entsprechenden Kredit zu. 1894 werden die ersten 74 Patienten betreut, 1955 verfügt die Pflegeinstitution über 310 Betten. Im Jahr 1965 wird der Betrieb in Kantonales Krankenheim Wülflingen umbenannt.  Aufgrund des zunehmenden Bedarfs an Pflegeplätzen beginnen 1974 die Arbeiten für den Erweiterungsbau, welcher vier Jahre später abgeschlossen ist. Weil gegen Ende der 1990-er Jahre immer mehr Bewohnerinnen und Bewohner nicht nur körperliche, sondern auch psychische Leiden aufweisen, entscheidet der Zürcher Regierungsrat 1998, das Krankenheim in eine psychiatrische Klinik umzuwandeln und verabschiedet ein Konzept für eine integrierte psychiatrische Versorgung.